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Gott ist die Liebe - Betrachtungen zur Wiederkunft Jesu Christi

Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens und beschirmt unsere Kinder (nach Spr 14,26-27). Sie wächst aus der Liebe und Barmherzigkeit.

Wird mit Beginn der Zeit der Trübsal die Gnadenzeit zu Ende gehen? Oder

  bleibt Gottes Liebe auch dann, wenn das Maul, die
                                                                   Stimme des Drache ertönt?
   
Kann man ein angstbesetztes Gottesbild verlieren? Wie gelingt Vergebung? Wie wird man ein Kind Gottes mit Heilsgewißheit?
Spricht Gott nicht heute noch zu Zion: Du bist mein Volk!


"Ich will euch gnädig annehmen beim lieblichen Geruch der Opfer, wenn ich euch aus den Völkern bringen und aus den Ländern sammeln werde, in die ihr zerstreut worden seid, und ich werde mich an euch als der Heilige erweisen vor den Augen der Heiden."

Hesekiel 20, 41



Die jüdische Denkweise bei der messianischen Erwartung


Inhaltsverzeichnis dieser Seite

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Jesaja 53, 4-5
4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
(Hervorhebung durch den Verfasser dieser Internetseite)

Das Warten auf einen Auserwählten Gottes, den sogenannten Messias, erhält in Israel wieder neues Gewicht

Dem jüdischen Volk ist ein sogenannter Messias, ein "Auserwählter Gottes", versprochen. Der Messias aber heißt Christus (vgl. Johannes 4, 25).
Das griechische Wort "Christos" aus dem ursprünglichen hebräischen Wort "Ha-Maschiach" wurde im Lateinischen zu "Christus" geformt (da sehr ähnlich dem Wort "chraestos", das mild, sanft, angenehm, ehrbar, lieblich, freundlich und gütig bedeutet und mit dem man Jesus Christus sehr gut charakterisieren konnte) und kann aus dem Griechischen mit "der Gesalbte" übersetzt werden. Das Gleiche drückt aber auch das Wort Messias aus. Die Bezeichnung Messias ist also ein besonderer Ehrentitel für den "Auserwählten Gottes".
Darum ist der jüdische Messias gleichzeitig der ins Fleisch gekommene Retter des lebendigen Gottes. Und weil er der ins Fleisch gekommene Retter des lebendigen Gottes ist, wurde er zur Zeit Jesu er auch der Menschensohn genannt.
Als der von Gott "Gesalbte" ist der Messias damit der kommender König Israels. Er ist der in der Bibel angekündigte und lange erwartete König der zukünftigen Heilszeit.
Denn der im Judentum erwartete und von Gott gesandte Retter ist der Messias, wobei der Ausdruck "Messias" aus dem Griechischen übersetzt ebensoviel wie "der Gesalbte (Gottes)" bedeutet (vgl. Johannes 1, 41).
Wegen seiner prophezeiten direkten Verwandschaft zum einstigen und legendären jüdischen König David war zur Zeit Jesu als gebräuchliche hebräische Bezeichnungen für den Messias auch die Redewendung "Sohn Davids" üblich (vgl. Matthäus 21, 15).
Die Kombination des Vornamens "Jesus" mit seinem Titel "Christus" ergibt übrigens in Kurzform das christliche Glaubensbekenntnis „Dieser Jesus (durch den Gott rettet) ist der Messias (der Gesalbte, der Sohn Gottes), das auch von den messianischen Juden und Christen aus Jerusalem, die die hebräische Umgangssprache verwenden, mit "Jeschua HaMaschiach" ausgesprochen wird.

Die Messiasverheißung ist also ursprünglich eine reine jüdische Verheißung. Die jüdischen Christen, die das erkannt haben und sich so in Jesus Christus mit den Nationen versöhnen konnen, finden zurück zur ursprünglich universellen Gemeinde, deren Glieder Kinder des lebendigen Gottes, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs heißen und in die die Christen aus den Nationen bzw. Heidenvölkern aufgenommen werden. Denn die universelle Gemeinde ist im Gegensatz zur lokalen Gemeinde die geografisch weltweite Heilsgemeinde all derer, die in Jesus Christus erlöst sind.

Die Mehrzahl der Juden haben in Jesus Christus, hebräisch Jeschua HaMaschiach, nicht den versprochenen Retter und in seiner Kreuzigung nicht das große Gnadengeschenk Gottes erkannt. Mit der Hinrichtung Jesu Christi am Fluchholz in Golgatha entschwand dem Volk Israel der Hoffnungsgedanke, daß Jesus Christus ein "Auserwählter Gottes" also der Messias gewesen sein könnte.
Jesus Christus als der Sohn Gottes, für viele Juden nachwievor undenkbar!
Auch wenn zur Zeit Jesu die Juden den kommenden Messias mitunter als Sohn Gottes bezeichneten, muß das nicht gleichbedeutentend sein mit der Anerkennung der Sohnschaft eines Fleisch gewordenen Gottes. Der erwartete Messias als Sohn Gottes, dies wurde vor ca. 2000 Jahren nur im übertragenen Sinne verwendet. Gemeint ist hier "im Auftrag Gottes handelnd, Gott sehr nahe sein".
Ein von Gott gezeugter, dem Wesen nach vom himmlischen Herrscher abstammender, Fleisch gewordener Sohn Gottes, das war für die meisten damaligen Juden undenkbar und provozierte die Hohenpriester bis auf´s Höchste. Auch heute noch glauben sehr viele Juden, daß ein Sohn Gottes, falls es ihn wirklich geben könnte, niehmals dann auch noch ein sterblicher Mensch mit all seinen begrenzten Möglichkeiten werden würde.
Die Mehrheit des jüdischen Volkes konnte darum den stellvertretenden Opfertod Jesu Christi bislang nicht annehmen, da nach ihrem Verständnis ein Messias niehmals so kläglich enden durfte. Und wie sollte ein ins Fleisch gekommener Gott, der doch ohne Sünde ist, stellvertretend für die Sünden der Menschen sterben? Derjenige, der doch heilig ist und ewig lebt, soll sterben?
Sein auserwähltes Volk hat Gottes Heilsplan mit den Menschen in seiner ganzen Größe und damit die Tiefe der Liebe Gottes zu den Menschen bis heute nicht erfaßt, da ihnen das Licht Gottes, der heilige Geist, diese große Gnade Gottes bisher nicht offenbarte.
Mußte doch das wahre Opferlamm Gottes ohne Sünde sein! Denn nur ein Opferlamm ohne eigene Last, ohne eigene Sünde, ist im wirklich Stande, die Sünde anderer auf sich zu nehmen und zu tragen (vgl. das in Jesaja 53, 1-12 zum Messias Prophezeite).

Daß Sünde eine Trennung von Gott zur Folge hat, mußten die Israeliten im Laufe der Geschichte ihres Volkes mehrmals am eigenen Leib spüren. Und eine Trennung von Gott durch Sünde bedeutete damals für den Staat Israel, daß dann der Schutz von ihren Feinde nicht mehr vorhanden war. Israel geriet in der Folge einer Versündigung, ohne anschließend Buße zu tun, in der Regel eine Zeit lang, d.h. eine begrenzte Zeit, unter Fremdherrschaft.
Weil sie sich mit der Kreuzigung Ihres zu ihnen gesandten Messias Jesus Christus selbst, also aus eigenem Entschluß heraus von demjenigen getrennt hatten, der zu ihnen kam und ihr Gott ist, trennte sich auch ihr Gott nach ca. 40 Jahren Bedenkfrist und des Angebots der Möglichkeit zur Umkehr schließlich im Jahre 70 n. Chr. selbst eine längere Zeit von ihnen. Der Schutz den die Juden vor den sie angreifenenden römischen Soldaten zuletzt im Jerusalemer Tempel, also im Hause Gottes, bei ihrem Herrn suchten, wurde ihnen versagt. Ihr Gott hatte sich jetzt aus dem irdischen Heiligtum Israels gänzlich in sein himmlisches Reich zurückgezogen, dorthin, wo sich auch sein auserwählter Menschensohn, der von Gott zu ihnen gesandte Messias, nach seiner Auferstehung hinbegeben hatte.
Von Ihm, dem Christus und König Israels, wird gesagt, daß er erst dann wieder zurück in sein Land kommen würde, wenn sein Volk zu ihm umkehren würde und danach wiederum erst genau dann, wenn die Juden darauf großen Wert legen würden, zu prüfen, ob jemand wirklich von Gott gesandt ist, oder ob er das nur vorgibt:
"Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!" (Matthäus 23, 39)

Heute erleben wir, daß Gott sich Israel gerade wieder zuzuwenden beginnt. Israel wurde im Jahr 1948 wieder als Land auf der politischen Landkarte der Erde sichtbar und beginnt zunehmend wieder zu grünen und zu blühen.

Daß Jesus Christus am Kreuz als das Gott wohlgefällige Opferlamm Gottes für die Sünden aller Menschen starb, ist aber bis heute für die Mehrzahl der Juden immer noch nicht relevant, da sie sich selbst als das von Gott auserwählte Volk ansahen. Daß aber ihr Gott gerade ihnen, eben weil er dieses Volk besonders liebt, die einzige Möglichkeit zum Leben zuerst anbot und Israel damit vorrangig behandelte (Jesus sagte in Matthäus 15, 22-28 einer kanaanäischen Frau, daß er nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israels gesandt sei), sehen sie nicht.
Ein Messias, der Erlösung von den Sünden bringen sollte und dies später, nachdem er von seinem Volk zurückgewiesen worden war, sogar gleichermaßen für die Heidenvölker, das lag bislang außerhalb des Verständnisses der Juden, obwohl das Erstere bei Jesaja 53, 1-12 geschrieben steht und das Zweitere den Israeliten beispielsweise in 1. Mose 12, 3; 1. Mose 22, 18 und 1. Mose 28, 14 und bei Jesaja 49, 5-7 und Jesaja 66, 19-22 angekündigt worden war.
Wohl bis heute können die Juden nicht erfassen, daß sogar ein mitgekreuzigter Schwerverbrecher von Jesus noch Zuspruch zum ewigen Leben erhalten konnte. Aber genau das versprach der bereits im Todeskampf stehende Christus einem der beiden mit ihm zusammen hingerichteten Gewalttätern noch von seinem eigenen Kreuz herab. Er tat dies bedingungslos, also ohne wenn und aber, dann als er hörte, wie dieser den anderen Übeltäter über sein hönisches Verhalten gegenüber Jesus tadelte und ihn, den Gekreuzigten Heiland, anschließend reuhevoll um ewiges Leben bat.
Er, der die Liebe predigte und gebot, hatte noch in diesem Moment seiner furchtbaren Schmerzensqual und seines Todeskampfes ein offenes Herz für den umgekehrten Sünder. Und dies genügte für dessen ewiges Leben in Gottes Nähe.
Der andere, mitgekreuzigte Schwerverbrecher wollte auch jetzt sein Leben nicht ändern. Was für eine große Gelegenheit hatte sich diesem Sünder geboten. Er packte die einmalige Chance nicht am Schopf, verwarf den Sohn Gottes und muß so die Ewigkeit in Gottes Ferne zubringen. Wie furchtbar!

Die jüdische Messiaserwartung

Weil in der Vergangenheit dem Messias im jüdischen Umfeld eine andere Bedeutung zugedacht wurde, lag dort der Schwerpunkt der Erwartung nicht auf der Erlösung der einzelnen Seele von den Sünden, sondern darauf, daß der Messias, sobald er erscheint, eine Herrschaft über die Völker der Erde antreten wird. Er wird so auf der Erde endlich für Gerechtigkeit sorgen und den lang ersehnten Frieden zwischen den Völkern stiften.
Aus diesem Grund tun sich die Juden schwer daran, die Erlösung ihrer Seele persönlich anzunehmen, solange ihr Volk in Knechtschaft lebt und der Frieden nicht in ihrem Land kommen will. Diese Assoziation hat verhängnisvollen Charakter.   
Dieses bereits sehr alte Messiasbild hat sich in der jüdischen Denkweise bis heute erhalten. Jesus Christus wird für das heilige Volk erst dann zum persönlichen Heiland und Retter werden, wenn über ganz Israel der Geist der Gnade und des Gebetes ausgegossen worden ist (vgl. bei Sacharja 12, 10 und das bei Gottes Volk Geschriebene).
Dies bedeutet aber eine Revolution im bisherigen Denken. Wir wollen dem heiligen Geist dazu kein Hindernis in den Weg stellen, wenn er an unseren Herzen arbeitet.


Darstellung der jüngsten Entwicklung im heiligen Land

Heute sieht die Siuation in Israel noch anders aus:
Wir erinnern uns:
Bereits im Jahre 1648 wurden gegen die Juden Progrome verhängt. Damals mußten die Ostjuden nach den furchtbaren Progromen des Kosaken- und Tatarenaufstandes unter Chmielnicki 1648 Polen verlassen.
In Deutschland sind die
Pogrom-Tage vom 7. November bis 10. November 1938 unter anderem mit der "Reichskristallnacht" unrühmlich in die Geschichte eingegangen.
Mit dem Holocaust im Hitler-Deutschland, der damit verbundenen Judenverfolgung und den ca. sechs Millionen Holocaust-Toten wurde der Glaube der Juden an ihren Gott und einen Messias langfristig gestört.
Diese Vergangenheit lastet schwer auf den Schultern des jüdischen Volkes und hat bei den meisten Menschen dieses Volkes die Herzen in Richtung Versöhnung mit Deutschland verschlossen. Außerdem ruft der Gedanke an diese Vergangenheit heute noch ein Trauma bei allen Juden hervor:
So wie auch der Verfasser dieser Homepage eine geraume Zeit lang einen undurchsichtigen und undurchdringlichen Zaun zwischen sich und dem lebendigen Gott Israels verspürte, ihn und sein eingreifendes Handeln in seinem persönlichen Leben nicht mehr sehen konnte aber dennoch an seiner Beziehung zu ihm festhielt, ihn also nicht gänzlich verwarf, spürt auch das Volk Israel heute noch, über 50 Jahre nach dem Holocaust, ein Stück weit diese Gottverlassenheit, die sich im Sprechen "Der Himmel war geschlossen. Es gab keine Antwort vom Himmel." wie eine Ohnmacht äußert, die über dieses Volk gekommen war und bis heute immer wie ein Leichentuch auf ihm liegt und noch immer nicht weichen will.

Eines aber wird auch hier bereits in der Formulierung ihres Schmerzes deutlich sichtbar, nämlich daß trotz allem Zionismus dieses Volk ihren Gott dennoch nicht gänzlich vergessen oder sich vom ihm abgewand hat.
Es verspürt ebenso, wie der Verfasser dieser Homepage es in dieser Hinsicht jahrelang erleben mußte, einen undurchsichtigen und undurchdringlichen Zaun zwischen sich und ihrem lebendigen Gott, sowie zusätzlich bezgl. des Kommens des diesem Volk versprochenen Messias ein Unverständnis gegenüber den betreffenden Verheißungen der Propheten.
Und dieses, sein auserwähltes Volk wartet, auch wenn es mehrheitlich den vom himmlischen Vater gesandten Sohn Gottes in der Vergangenheit verworfen hatte, immer noch und heute mehr denn je auf das Kommen des versprochenen Messias. Denn die Mehrheit diese Volkes hat die große Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die in Jesus Christus Gestalt annahm, nicht erkannt und ihre Herzen haben sich, so wie es auch beim Schreiber dieses Textes eine geraume Zeit lang der Fall war, verhärtet.

Der Schreiber dieser Internetseite tat es in der Vergangenheit, und das Volk Israel tut es noch in der Gegenwart:  Der Verfasser dieser Homepage stimmte und das Volk Gottes stimmt in das Klagen Hiobs ein.
Es zeigt sich in den kleinen Bittbriefen der Juden, die den Schmerz über den zerstörten zweiten Tempel ausdrücken und die täglich zwischen die Steine der Klagemauer in Jerusalem geschoben werden.
Denn dies ist der von den Römern bei dessen Zerstörung im Jahre 70 n. Chr. zum Zwecke der Machtdemonstration des Römischen Reiches und zwar als Zeichen des Sieges über die Juden stehengelassene Überrest einer Wand des ehemaligen 2. Tempels von Jerusalem, der heute noch sichtbare Teil der Westmauer des Tempels.
Und Heute geht das Bestreben mehr den je in die eine Richtung, den Tempel, bzw. was davon übrig geblieben ist, wieder aufzubauen. Verschiedene Tempelbewegungen, und zwar ganz besonders die starke Bewegung der "Getreuen des Tempelberges", außerdem ein eigens zum Wiederaufnehmen des priesterlichen Tempelbetriebes im Ostteil von Jerusalem gegründetes Tempelinstitut, das die im Tempel benötigten Geräte und Priestergewänder nach genauen Vorschriften nachbaut, und zusätzlich ein nachbaufähiges Modell des 3. Tempels einer Talmud-Schule in Ostjerusalem sind anschauliche Zeugen der Sehnsucht der Juden nach einer neuen Begegnungsstätte mit ihrem für sie unsichtbar gewordenen Gott.
In der "Ateret Cohanim", einer Talmudschule und Synagoge, werden heute bereits Priester, die Nachkommen sind von Aaron, dem Bruder von Mose, zu Priestern des zukünftigen 3. Tempels ausgebildet.
Ja sogar die für den Beginn des Opferdienstes des 3. Tempels nach 4. Mose 19 notwendige rote junge Kuh konnte vom Tempelinstitut bereits aus dem Ausland von der Ranch eines Christen aus Mississippi in den USA wiederbeschafft werden. (vgl. die Puplikation: "Jerusalem - Hindernis oder Chance für den Weltfrieden - Teil 2/2" von Roger Liebi)
Mit dem Opfer der roten jungen Kuh wird ein Reinigungswasser hergestellt, mit dem Priester zuerst gereinigt werden müssen. Es wird aus der Asche dieser Kuh mit Wasser vermischt hergestellt. Ohne dieses speziellen Reinigungswassers könnte wegen der sonst verbliebenen Unreinheit der Pieseter gar nicht erst mit dem Opferdienst des 3. Tempels begonnen werden.
Diese lange Zeit ohne Opferdienst sollte der bereits in Gang gekommenen, in diese Richtung wegweisenden Entwicklung zufolge nun ein baldiges Ende nehmen. 
Aber die Wiederaufnahme dieses Dienstes im wiederaufgebauten 3. Tempel in Jerusalem ist auch die Zeit des Machtantrittes des Antichristen, der sich den Messias nachahmend eben in diesen Tempel setzen und vorgeben wird, daß er Gott sei (vgl. 2. Thessalonicher 2, 3-4). Er wird es dann auch sein, der das dann wieder aufgenommene tägliche Opfern im 3. Tempel abschaffen (vgl. Daniel 9, 27) und die Gesetze des Mose abändern wird (vgl. Daniel 7, 25). Die Juden, die Jesus Christus als den zu ihnen gesandten Missias heute ablehnen und dies dann immer noch tun werden, stehen nun in der akuten Gefahr, so wie es Jesus selbst vorhergesagt hat, statt dessen einen falschen Messias anzuerkennen (vgl. Johannes 5, 43).

Es gibt bezügl. der Bestrebungen für den Bau des 3. Tempels von Seiten des Islam bis hin zu massiven Schießereien großen Widerstand:
Denn, auf dem ehemaligen Tempelplatz in Ostjerusalem steht noch immer die sogenannte Omar Moschee, die den sie besuchenden Touristen auch unter dem Namen "Felsendom" bekannt gemacht wird. Der Platz gehört zwar nach dem Papier dem Land Israel, aber die Präsenz des Islam ist unbeugsam.
Die meisten Archäologen in Israel sind sich in diesem Punkt einig: Der Standort der Omar Moschee, das ist der exakte Platz, an dem der 2. der Tempel, der Tempel zu Jesu Zeiten stand.
Die Omar Moschee ist über einem Felsen gebaut, und man vermutet, daß dieser Fels der Ort des Altars vielleicht sogar der Ort des Allerheiligsten des Tempels war.
Der Tempelberg ist also ein heftig umkämpfter Ort, an dem immer wieder zwei völlig gegensätzliche Religionen aufeinanderprallen.
Man denke beispielsweise an den Herbst, im Oktober 1990, als 3000 Moslems Steine und Kartoffeln bespickt mit Rasierklingen und Metallgegenstände oben vom Tempelplatz die Klagemauer hinunter warfen, und es waren unterhalb über 20.000 betende Juden versammelt. Aber die Vorbereitungen zum Bau des 3. Tempels gehen trotzdem weiter.

Das jüdische Volk schließt sich trotzdem immer noch mehrheitlich der Klage Hiobs an, der zusammen mit seinen drei Freunden Elifas von Teman, Bildad von Schuach und Zofar von Naama nach einem gemeinsamen siebentägigen Schweigen als erster wieder Worte fand, sein großes und unsagbares Leid verbal auszudrücken:

Hiob 3, 1-26
1 Danach tat Hiob seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
2 Und Hiob sprach:
3 Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, und die Nacht, da man sprach: Ein Knabe kam zur Welt!
...
6 Jene Nacht - das Dunkel nehme sie hinweg, sie soll sich nicht unter den Tagen des Jahres freuen noch in die Zahl der Monde kommen!
...
20 Warum gibt Gott das Licht dem Mühseligen und das Leben den betrübten Herzen
21 - die auf den Tod warten, und er kommt nicht, und nach ihm suchen mehr als nach Schätzen,
22 die sich sehr freuten und fröhlich wären, wenn sie ein Grab bekämen -,
23 dem Mann, dessen Weg verborgen ist, dem Gott den Pfad ringsum verzäunt hat?

24 Denn wenn ich essen soll, muß ich seufzen, und mein Schreien fährt heraus wie Wasser.
25 Denn was ich gefürchtet habe, ist über mich gekommen, und wovor mir graute, hat mich
getroffen
.

26 Ich hatte keinen Frieden, keine Rast, keine Ruhe, da kam schon wieder ein Ungemach!"
(Hervorhebung durch den Verfasser dieser Internetseite)

Mit Vers 23 will Hiob wohl ausgedrücken, daß sich Gott nun auf seinen Wegen permanent vor seinen Augen, auch seinen geistigen, verbirgt, indem er zwischen sich und ihm einen undurchsichtigen und undurchdringlichen Vorhang, der einem Zaun oder einer Mauer gleicht, also ein undurchdringliches Bollwerk ist, aufgerichtet hat.

Infolge dieser erlebten Gottverlassenheit  herrscht in Israel heute hauptsächlich eine zionistische und humanistische das heißt aber auch eine atheistische Denkweise vor.
Der Glaube an die Führung Gottes und seinen für diese Volk gemachten Verheißungen, ist total verschüttet worden. An diese Stelle rückte eine Freiheitsbewegung mit der Selbstverwirklichung eines sehr alten Traumes des jüdischen Volkes.
Die zionistische Bewegung ist eine während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene jüdische National-Bewegung, die sich für einen eigenen jüdischen Staat einsetzt. Zion heißt einer der Hügel Jerusalems. Hiervon leitet sich auch der Name für die Bewegung ab, die die Rückkehr aller Juden in das Land Israel mit dem religiösen Mittelpunkt Zion (Jerusalem) propagiert.
Leider berufen sich all diese Bewegungen auf die eigene Stärke und nicht auf die Führungsrolle Gottes und sind damit nicht messianischer Natur.

Aber die Israeliten erleben auch etwas Neues: Gott offenbart sich wieder und das zunehmend einzelnen Menschen dieses Volkes in seinem Sohn Jesus Christus.

Gott wendet sich zu Israel und nun auch zu den Nationen

Durch den Messias wendet sich Gott nicht ausschließlich an sein Volk, sondern zusätzlich auch zu den Nationen.

Ein Messias, der Erlösung von den Sünden bringen sollte und dies später, nachdem er von seinem Volk zurückgewiesen worden war, sogar gleichermaßen für die Heidenvölker, das lag bislang außerhalb des Verständnisses der Juden, obwohl das Erstere bei Jesaja 53, 1-12 geschrieben steht und das Zweitere den Israeliten beispielsweise in 1. Mose 12, 3; 1. Mose 22, 18 und 1. Mose 28, 14 und bei Jesaja 49, 5-7 und Jesaja 66, 19-22 angekündigt worden war.
Darum prüften damals die ersten Christen, die ja ausschließlich Juden waren, ob das nun wirklich stimmte, daß Gott sich durch den Messias Jesus Christus auch den Nationen zuwandte. Sie hatten bisher nur das Gesetz des Mose, das eine Trennung zwischen Juden und den Nationen gebot. Die Isrealiten waren schlecht hin das heilige Volk Gottes. Ihnen allein hatte sich Gott in der Vergangenheit zugewandt. Sie hatten bisher allein alle Gottesoffenbarung empfangen und konnten es nicht recht glauben, daß jetzt über den Messias auch den Nichtjuden des Heil Gottes galt und seine Zusage, Mitbürger und Erben des Reiches Gottes zu werden.
Und das sollten wir als Christen, die wir zu den Nationen gehören nie vergessen. Das Evangelium haben uns die ersten Christen gebracht, die allesamt Juden waren.

Jesus Christus bezeichnete charakteristisch die messianischen Juden als "die Meinen", aber die Christen aus den Nationen als die "anderen Schafe", die nicht aus diesem Stall sind, in den sie Seinen wohnen. Er sprach:

Johannes 10, 14-16
14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
15 wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.
16 Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.
(Hervorhebung durch den Verfasser dieser Internetseite)
Der Ölbaum, das Bild für das messianische Israel, gilt durch alle Zeiten hindurch. Wir, die wir aus den Nationen bzw. Heidenvölkern stammen, werden in diesen Baum lediglich eingepfropft, gehören nur auf diese Art und Weise mit dazu, erhalten den Lebenssaft aus dem Ölbaum und können uns nicht allein ernähren oder gar über Israel hinwegstellen. Aber auch die ausgebrochenen natürlichen Zweige nach Römer 11, 1-36 Verse 17-24 können in diesen Baum wieder eingesetzt werden.
Dies geschieht heute bereits vor unseren Augen. Nach fast 2000 Jahren gibt es sie wieder in Israel, die jüdischen Gläubigen in Jesus Christus. Auch wenn die seit etwa Mitte der siebziger Jahre begonnene Erweckung in Israel keinen spektakulären Charakter aufweist, haben sie in Jesus Christus gemeinsam mit den Christen aus den Nationen ihren Frieden gefunden und sich mit ihren Glaubensbrüdern versöhnt. Sie sind auf diese Weise  zum ursprünglich zugedachtem Weg Gottes mit seinem auserwählten Volk zurückgekehrt.
Und sie besitzen nach fast 2000 Jahren dadurch erstaunlicherweise wieder beides: einen lebendigen Glauben an den gekreuzigten Messias und ihre jüdische Idendität zum heiligen Volk.
Das ist momentan noch relativ selten in Israel, denn viele Israeliten, verloren, als sie zum Glauben an Jesus Christus kamen, ihre Idendität als Jude. Bei diesen, die wieder Beides besitzen, ist das ursprüngliche Messiasbild wieder hergestellt, das ab ca. dem 2. Jahrhundert n. Chr. bis heute, also über so viele Jahrhunderte hinweg verzerrt gewesen war. Und dies ist auch heute noch bei sehr vielen Juden so.
Die jüdischen Christen haben für sich erkannt, daß die Verheißungen über den Messias von Gott von Anfang an ausschließlich dem Volk Israel gemacht wurden.
Die Messiasverheißung ist also ursprünglich eine reine jüdische Verheißung. Die jüdischen Christen, die das erkannt haben und sich so in Jesus Christus mit den Nationen versöhnen konnen, finden zurück zur ursprünglich universellen Gemeinde, deren Glieder Kinder des lebendigen Gottes, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs heißen und in die die Christen aus den Nationen bzw. Heidenvölkern aufgenommen werden. Denn die universelle Gemeinde ist im Gegensatz zur lokalen Gemeinde die geografisch weltweite Heilsgemeinde derer, die in Jesus Christus erlöst sind.

Eine solche lokale jüdische Gemeinde, die  für sich erkannt hat, daß die Verheißungen über den Messias von Gott von Anfang an ausschließlich dem Volk Israel gemacht wurden, dann aber auch für die Nationen Gültigkeit bekam, findet man beispielsweise in der Altstadt von Jerusalem. Ihr Leiter ist der in Deutschland durch seine Besuche bei vielen bekannte Benjamin Berger, Pastor der messianischen Christ-Church. Ca. 40 % der rund 200 Gemeindeglieder der Christ-Church gehören den Nationen an. Sie erleben dort versöhnt in Jesus Christus mit ihren israelischen Glaubensbrüdern die von Gott so gewollte universelle Gemeinde als Einheit und wahres Bild der Gemeinde Jesu Christi. Christen aus Israel und aus den Nationen sind hier gemäß den weiter vorn bereits gelesenen Worten aus Johannes 10, 16 in Jesus Christus "eine Herde" geworden, die einen gemeinsamen Hirten besitzen.

Die Suche nach der Ursache der Spaltung der universellen Gemeinde

Die Messiasverheißung ist ursprünglich eine reine jüdische Verheißung. Die jüdischen Christen, die das erkannt haben und sich so in Jesus Christus mit den Nationen versöhnen konnen, finden zurück zur ursprünglich universellen Gemeinde, deren Glieder Kinder des lebendigen Gottes, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs heißen und in die die Christen aus den Nationen bzw. Heidenvölkern aufgenommen werden. Denn die universelle Gemeinde ist im Gegensatz zur lokalen Gemeinde die geografisch weltweite Heilsgemeinde derer, die in Jesus Christus erlöst sind.

Wir hoffen, daß sich die Christen aus den Nationen nicht noch einmal über ihre jüdischen Glaubensbrüder in Jesus Christus hinwegstellen.
So war es aber in der Vergangenheit geschehen und das mit weitreichenden Folgen:
Mit dem Apostelkonzil oder auch Jerusalemer Konzil genannt wird die Zusammenkunft der Apostel der frühen christlichen Kirche bezeichnet. Dieses erste Konzil datieren Historiker zwischen den Jahren 47 und 49 n. Chr.
Als Teilnehmer dieses ersten Konzils werden Jakobus, Petrus und Johannes von der jerusalemer Kirche sowie die missionarisch reisenden Paulus und Barnabas genannt. Wir finden auch in der Bibel Berichte darüber, was auf diesem Konzil gesprochen wurde. Es steht geschrieben in Römer 11 und daß die Gnade, in Jesus Christus Vergebung der ganzen Schuld zu finden, für alle Zeiten gilt, auch wenn bereits dem Herrn zugehörige Juden und Nichtjuden später eigene Wege gegangen sind. (vgl. insbesondere das in Römer 11, 1-36 Geschriebene).
 
Nachdem die ersten Christen, allesamt messianische Juden auf dem Konzil in Jerusalem nach einer ausgiebigen Prüfung, ob die Christen aus den Nationen auch Mitbürger im Reich Gottes werden können, festgestellt hatten, daß die Nationen nun auch das Heil Gottes ererben können, wurden die Nichtjuden, die Jesus Christus als ihren Messias angenommen hatten, in ihre Reihen aufgenommen.
Wir, die wir aus den Nationen kommen, wurden also in der Jerusalemer Kirche aufgenommen und nicht umgekehrt.
Dies vergaßen aber die späteren Christen bald und nannten sich ganz überheblich das neue bzw. das geistliche Jerusalem. Das geistliche Jerusalem gründete sich demnach auf den Irrtum, Gott hätte sich von Israel für immer abgewandt, weil sie den Messias verworfen und gekreuzigt hatten.
Diese Trennung von ihren jüdischen Brüdern in Christus wagten die späteren Christen aus den Nationen, zu vollziehen und zwar weil sie irrtümlich glaubten, Gott hätte alle Juden wegen der Kreuzigung des Messias gänzlich verworfen und das, obwohl wir alle, die wir in Christus leben, ein Leib und eine Kirche sind. Einer Beschuldung gleich wurde längst vergebene Sünde wieder aufgewärmt, ohne dabei an die eigene, bereits von Gott vergebene Schuld zu denken.

Wie verhängnisvoll! Die Kirche der Nationen stellte sich damit auch über die messianischen Juden in Christus. Sie entfernte sich so immer mehr und mehr vom Herzen des Vaters, das für alle seine Kinder gleichsam in Liebe schlägt.
In Römer 11, 1-36 in den Versen 25-32  wird darauf hingewiesen, daß, weil alle gleichsam ungehorsam geworden sind, Gott sich aller erbarmt und so auch Israel, dessen Erwählung von Gott auch nicht zurückgenommen wurde.

Die Spaltung vollzog sich auch nach Außen

Der bereits vollzogenen inneren folgte die äußere Spaltung auf dem Fuße:
Die Geschichte zeigte bald, daß die Folge dieser Überheblichkeit die bewußte Trennung der Feiertage der Juden von denen der Christen war. Die späteren Christen lösten sich mit der Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahre 1582 durch den Gregor XIII bewußt von den jüdischen Festen ab.
Ostern fiel ab jetzt nicht meht mit dem jüdischen Passafest und Pfingsten mit dem jüdischen Pfingstfest zusammen. Die Trennung von Juden und Christen war perfekt. Dieser fatale Schritt, den damals unsere Kirchenväter gingen, war der Grundstein allen Judenhasses bis in die Gegenwart hinein.


Die Zahl der Christen, die aus den Nationen dazu kamen, wuchs ständig weiter. In Israel hielt sich dagegen nur der messianische Kern aufrecht, ähnlich wie bei der Entwicklung bei einem Baum, der veredelt worden war.
Der Stamm aber wurde durch das Wachstum der Äste und Zweige auch kräftiger, aber er bildete gegenüber den ursprünglich aufgepropften Zweigen nur wenige arteigene Äste aus. Bald bestand die Krone hauptsächlich nur noch aus der aufgepropften neuen Obstsorte, den Nationen. Die Baumkrone wurde größer und größer.
Aber den Saft bekommen alle Äste aus den Wurzeln und damit nach wie vor über den Stamm. Dessen müssen wir uns heute schmerzlich bewußt werden. Und da muß noch viel Verständnis und Vergebung gegenüber Israel erfolgen.

Das sollten wir, die wir aus den Nationen zum Ölbaum dazugenommen und eingepropft worden sind, nie vergessen:
Gott nannte sich Israel gegenüber sogar Vater (vgl. Jeremia 31, 9-11).
Würde ein Vater seine Kinder jemals verwerfen können? Erinnern wir uns an das Gleichnis Jesu vom verlorenen Sohn. Sind sie nicht aus seinem Herzblut?

Und bedenken wir:
Wie groß sind die Sünden auch unserer Kirchenväter!
Nicht nur die Shoa (auch „Schoa“, „Shoah“ oder „Schoah“genannt, d. h. zu deutsch: Zerstörung, große Katastrophe) ist in Israel  ein Begriff, der den systematischen nationalsozialistischen Völkermord an etwa zwei Drittel (insgesamt ca. 6 Mio. Menschen) der jüdischen und jüdischstämmigen Bevölkerung Europas beschreibt.
Denken wir nur an die Kreuzzüge, an die Institution wie die Inquisition und in diesem Zusammenhang an die Hexenverbrennung, aber auch allgemein an den Antijudaismus.
Der Antijudaismus, als eine spezielle Form des Antisemitismus, der die allgemeine Judenfeindlichkeit beschreibt, kann als eine spezifisch christliche Judenfeindlichkeit aufgefaßt werden.

Aber Gott heilt alle Sünden und zum Glück kann sich keiner von Ihnen freisprechen:
So sei auch auf das Dokument „Erinnern und Versöhnen" verwiesen, das von der vatikanischen Theologenkommission herausgegeben wurde. Es wurde zum besseren Verständnis der am 12. März 2000  im Petersdom ausgesprochenen sieben Vergebungsbitten erarbeitet. Hier hatte Papst Johannes Paul II in einer historisch einmaligen Geste um Vergebung für die Fehler von Christen in der 2000-jährigen Kirchengeschichte gebeten.
Der am 2. April 2005 verstorbene Papst Johannes Paul II ist ein bedeutender Wegbereiter der Versöhnung zwischen der katholischen Kirche und dem jüdischen Volk. Er setzte sich wie kein anderer für das Bekennen der Schuld der Kirche der Vergangenheit und für eine echte Versöhnung in Jesus Christus ein.
Die katholische Kirche hat mit Papst Johannes Paul II erfreulicherweise neue Wege beschritten, sich glaubhaft der Folgen des Antijudaismus besonnen, die eigene Schuld offen bekannt und somit begonnen, eine Erneuerung in ihrem Verhältnis gegenüber dem Judentum einzuleiten.

Wir erinnern uns:
"Die Kirche Christi entdeckt ihre ´Bindung´ zum Judentum, indem sie sich auf ihr eigenes Geheimnis besinnt. "
So ähnlich formulierte es Papst Johannes Paul II in der großen Synagoge in Rom am 13. April 1986.
An die Juden gerichtet stellte er fest:
"Ihr seid unsere bevorzugten und, so könnte man gewissermaßen sagen, unsere älteren Brüder."

Im Vatikan-Dokument "Wir erinnern: eine Reflektion über die Shoah" von 1998 wird an die Kirchenmitglieder appelliert, "sich der hebräischen Wurzel ihres Glaubens wieder bewußt zu werden".
Es wird dort außerdem darauf verwiesen, daß Maria und Josef sowie die Apostel, die den Nationen den christlichen Glauben brachten, Juden waren, daß der Messias Jesus Christus aus dem Geschlecht Davids stammte und daß "die Juden unsere geliebten Brüder und im gewissen Sinne wirklich ´unsere älteren Brüder´ sind." Das steht sinngemäß für Johannes 4, 22.

Johannes 4, 22
22 Ihr wißt nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.
(Hervorhebung durch den Verfasser dieser Internetseite)

Bei einer Pilgerreise vom 21. bis 26. März 2000 nach Israel, Jordanien und die Palästinensergebiete bittet der Papst Johannes Paul II um Vergebung für Judenverfolgungen durch Christen. Weiterhin bat er an der Westmauer Jerusalems allgemein um Vergebung für alle Vergehen gegenüber Juden in der Geschichte der Menschheit. Sein diesbezügliches schriftlich festgehaltenes Gebet hat der Pabst zwischen die Steine der Mauer gesteckt.
Er betonte in diesem kurzen Gebet außerdem besonders, daß der Name Gottes durch die Erwählung Abrahams und dessen Nachkommen, die er Kinder Gottes und Volk seines Bundes nannte, zu den Nationen gebracht worden war und daß auf Grund dessen die Notwendigkeit einer Verpflichtung zur aufrichtigen Brüderschaft mit dem Volk des Bundes entstanden ist.
Danach wurde das Schriftstück in die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem am Westrand Jerusalems gebracht, wo er auch zu den dort versammelten Menschen sprach. Er verwies vor Überlebenden der Schoah erneut auf die enge Bindung der katholischen Kirche an das Judentum und bedauerte die Ausbrüche des Antisemitismus der Christen gegenüber Juden (gemeint ist der Antijudaismus).

In der Vatikan-Schrift "Das jüdische Volk und seine heilige Schrift in der christlichen Bibel" aus dem Jahre 2001 wird u.a. auf die enge Verbindung zwischen Juden und Christen hingewiesen. Es wird hier unter Bezug auf den Römerbrief Kapitel 9 bis 11 hervorgehoben, daß Gott "bei aller Untreue Israels" dem jüdischen Volk verbunden bleibt und es weiterhin liebt. Darum sollten die Christen gegenüber den Juden "eine Haltung des Respekts, der Hochschätzung und der Liebe" einnehmen.

   Wie wunderbar: Wer nicht im Unglauben bleibt und weiter eigene Wege beschreitet, kann wieder zum von Gott gedachten Ursprung der Gemeinde Christi zurückkehren. Eigene Wege gehen, das bedeutet in der Regel dabei anderen weh zu tun. In Jesus Christus können wir alle Vergebung, Versöhnung und wieder Zugang zu Gott zurückerlangen.

Dies wurde auch auf dem anfänglich erwähnten Apostelkonzil, oder auch Jerusalemer Konzil, der zwischen den Jahren 47 und 49 n. Chr. stattgefunden haben soll, festgehalten:
Es werden nicht nur die ausgebrochenen natürlichen Zweige (gemeint ist der Teil der Juden, der den Messias Jesus Christus verworfen hatt) nach Römer 11, 1-36 Verse 17-24 wieder in den Ölbaum eingesetzt, sondern es werden nach Römer 11, 1-36 Verse 23-24 auch die abgefallenen wilden Zweige (gemeint sind die abgefallenen Christen aus den Nationen, die sich beispielsweise gegenüber der Frage der Erwählung des jüdischen Volkes oder in einer anderen Form versündigt hatten) wieder in den Ölbaum eingepfropft. Das geschieht nach Römer 11, 23 allein durch Gnade. Voraussetzung ist, daß diese Menschen nicht in ihrem Unglauben in den Punkten der Messiasfrage und der Frage der Erwählung der Juden stehen bleiben und ihre Sünden in Demut vor das Keuz Jesu Christi bringen. Dazu gehört eben auch das Bekennen vor den Menschen.
So geschah es beispielsweise bereits sichtbar durch Papst Johannes Paul II .
Jetzt wird sich zeigen, welchen Segen der lebendige Gott auf die katholische Kirche legen wird. Dieser bleibt sicher nicht aus.

Vergegenwärtigen wir uns dazu nochmals die auf dem Jerusalemer Konzil gesprochenen Worte, die wir im Römerbrief, Kapitel 11 finden können:

Römer 11, 17-24
17 Wenn aber nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden und du, der du ein wilder Ölzweig warst, in den Ölbaum eingepfropft worden bist und teilbekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums,
18 so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, daß nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.
19 Nun sprichst du: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft würde.
20 Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich!
21 Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird er dich doch wohl auch nicht verschonen.
22 Darum sieh die Güte und den Ernst Gottes: den Ernst gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du bei seiner Güte bleibst; sonst wirst du auch abgehauen werden.
23 Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott kann
 sie wieder einpfropfen.
24 Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, abgehauen und wider die Natur in den
edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, wieviel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.

(Hervorhebung durch den Verfasser dieser Internetseite)

Wer kann sich diesem unbegreiflichen Handeln Gottes in den Weg stellen? Gott kommt durch seinen Sohn Jesus Christus mit seinem Plan in jedem Fall an sein Ziel. Niemand wird ihn aufhalten. Die Liebe Gottes bahnt sich ihren Weg, und wir werden vielleicht miterleben können, wie sich die Worte Jesu, die eine gewaltige Verheißung darstellen, vor unseren Augen erfüllen. Erinnern wir uns an die bereits anfangs zitierten Worte Jesu
aus Johannes 10, 14-16:
"... und es wird eine Herde und ein Hirte werden."



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